Eingedampfte Würstchen

Lilo und ich waren immer schon leidenschaftliche Verfechter der fettfreien Küche. – Koste es was es wolle. Um dies zu erreichen sind wir auch zu ästhetischen Opfern bereit. Heute zum Beispiel gab es gedünstetes Sauerkraut mit Kartoffelpüree und Würstchen. Der Trick: Man legt die Wiener auf eine Mikrowellensichere Abtropfplatte und quält die kleinen Biester, bis sie erst herzzerreißend quietschen, dann platzen und zum Schluss nur noch matt vor sich hin puffen.

Zum Nachmachen: Die Würstchen gute 6 Minuten in der höchsten Stufe garen. Gerne auch mehr. Öffnet man nach diesem Martyrium die Mikrowelle, geht einem jeden Fettfeind das Herz auf. Gleich nachdem der stark riechende Nebel verflogen ist, sehen wir eine Abtropfschale voller Fett und ein Würstchen so mager, wie nach 20 Jahren Zuchthaus.

Milchundzucker

Es gibt diese Tage, da schaut man gelangweilt aus dem Café und hofft mit verzogener Schnute, dass das Wetter endlich besser wird. Dann will da plötzlich jemand an einem vorbei, man macht Platz, stößt sich das Knie und will den Kerl so richtig böse anschauen. Der Kerl entpuppt sich als eine Art Schwester von Pamela Anderson und mit offenen Mund starrt man ihr nach, wie sie aus dem Café geht und an der nächsten Ampel auf grün wartet.

Dann geht alles ganz schnell: Die Ampel springt auf grün, ich verbrenne mir mit dem Macciato die Zunge, schwenke den Kopf zurück an den Tisch und starre unvermittelt die Zucker- und die Milchdose vor mir an.

Ich weiß jetzt, wie der Designer auf die Form gekommen ist.
Doch doch, ich weiß es.